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Nr.Aktentitel
1Kurze Beschreibung des Samthospitals Haina, erstellt vom Küchenverwalteradjunkt Johann Theodor Crantz, auf Befehl der Visitationskommission Hessen-Kassels
2Die entlassene Köchin Keim droht sich umzubringen. Bericht an den Obervorsteher
3Klage von Vogt Reuß aus Hofheim über undankbare Hospitaliten
4Aufstellung des Lebensmittelsverbrauchs während einer mehrtägigen Anwesenheit des Obervorstehers von Geismar im Hospital Merxhausen
5Vier Briefe von Rentschreiber Anton Dölle an den Obervorsteher von Urff, während der auf einer Reise in Frankfurt weilt
6Antrag auf Bewilligung einer Pension für die Witwe wie Waisen des Amtmanns Fuhrhans in Haina
7Bestallung und Instruktion des Aufwärters Hartmann Butzbach durch Obervorsteher von Urff
Diener
In den Hospitälern arbeitete eine große Zahl von Hospitaldienern. Sie waren in aller Regel gering bezahlt, erhielten aber Wohnungen sowie eine vollständige Versorgung mit Lebensmitteln, in aller Regel lebenslang. Die Bestallung als Diener bedeutete daher für diese Diener eine Art Garantie auf ein lebenslanges Auskommen. Nur wenige Diener wurden wegen Verstößen gegen die Hospitalordnung entlassen.
Es handelte sich daher zumeist um ungelernte Menschen, die allein oder gemeinsam mit ihrer Ehefrau für ganz bestimmte Bereiche der Gutsaufsicht und verwaltung zuständig waren. Dazu zählten Tätigkeiten wie der Forstläufer, der bestimmte Abschnitte der Hospitalswälder zu beaufsichtigen hatte, um Waldfrevel zu verhindern Waldfrevel (das Schlagen von Holz oder Erlegen von Tieren) war bei hohen Strafen verboten, aber ein häufiges Vergehen, das auf den jährlich stattfindenden Forstbußtagen geahndet wurde. Der Ochsenknecht, der Schweineknecht, der Fischaufseher, der Fruchtwender oder Brauknecht waren weitere Ämter, die zumeist spezifisch einer Frucht (Sammelbezeichnung für alle Getreide, Obst und Gemüse) oder einer Tiersorte galten. Die Zahl der Ämter schwankte stark, je nach der besonderen Struktur der Hospitäler.
Ernährung
Die regelmäßige und ausgewogene Ernährung stellte die wichtigste und bei weitem aufwändigste Form der Fürsorge der Hospitaliten dar. Die unterschiedlichen Kostformen wurden dabei nach dem Stand der Hospitaliten unterschieden. Dieser Stand bezeichnete sowohl den Geburtsstand als auch die Frage, ob es sich bei der betreffenden Person um einen gratis oder gegen Zahlung von Geldern rezipierten Hospitaliten (Pfründner) handelte. Die Kostformen wurden auch nach medizinischer Bedürftigkeit unterschieden.
Es sind dementsprechend unterschiedliche Speisepläne überliefert, die diese medizinischen und ständischen Unterschiede abbilden. Sie zeigen deutlich, dass auch in der Frühen Neuzeit besonderer Wert auf eine ausreichende Versorgung mit Fleisch und alkoholischen Getränken gelegt wurde. Ihnen wurde ein diätetischer Nutzen (etwa Wein bei bestimmten Erkrankungen), aber auch ein klarer Prestigevorteil zugesprochen.
Dementsprechend zeichneten sich gerade die Besoldung der niederen Dienste im Hospital dadurch aus, dass sie wesentlich aus einer verbesserten Diät bestanden: Bey der dißmaligen Bestallung des Jacob Kirchheimer zum Vorsinger hat aber der Herr Obervorsteher, wie ich vernehmen, dem selben statt täglich 1 Pfund Fleisch (als worinn hauptsächlich die Besoldung des Vorsingers bestehet) in allem 4 Rthl. ausgeworfen. (LWV Hessen, Bestand 13, P 128.)
Im Übrigen war die Kost durch die Jahreszeiten und die konkreten Regionen bestimmt; im südlicheren Hofheim gab es einen höheren Anteil Wein.
Mit den Fragen der Ernährung wie mit der Aufsicht über die Verwaltung der entsprechenden Hospitalgüter waren sehr viele Bedienste befasst, angefangen mit dem Küchenschreiber über die Gegenschreiber und Pfarrer, die Köche und Aufwärter, die Brauer, Bäcker, Müller, Ochsen-, Schweine- und Fischknechte, die Fruchtmesser und Fruchtwender, und weitere Personen.