Ergebnisse zum gesuchten Schlagwort:

Nr.Aktentitel
1Kurze Beschreibung des Samthospitals Haina, erstellt vom Küchenverwalteradjunkt Johann Theodor Crantz, auf Befehl der Visitationskommission Hessen-Kassels
2Amtsdiener Weimann stellt Gesuch um ein Gehaltszulage, das vom Vogt und Obervorsteher bewertet wird
3Drei Briefe von Vogt Schott an den Obervorsteher von Geismar zu ökonomischen Belangen des Hospitals Hofheim
4Vogt Johann Christoph Schott aus Hofheim an den Obervorsteher Wilhelm Ernst von Geismar zu verschiedenen Hospitalsangelegenheiten
5Aufstellung der Hospitaliten in Hofheim mitsamt der Verstorbenen und neu aufgenommenen Hospitaliten
6Vogt Anton Fey über einen Fleischlieferungsvertrag mit einem Juden sowie zum Fruchtbestand des Hospitals Merxhausen
7Vogt Anton Fey aus Merxhausen äußert sich zur Verwaltung der Kneipenwirtschaft des Hospitals
8Aufstellung des Lebensmittelsverbrauchs während einer mehrtägigen Anwesenheit des Obervorstehers von Geismar im Hospital Merxhausen
9Vier Briefe von Rentschreiber Anton Dölle an den Obervorsteher von Urff, während der auf einer Reise in Frankfurt weilt
10Obervorsteher von Schrautenbach äußert sich zu einem Bericht über die im Hospital befindlichen Rekonvaleszenten
11Gedruckte Verordnung der Kasseler Regierung zur Frage des Nachlasses von Hospitaliten
12Der Artikel: Hayna, in Zedlers Universal-Lexikon
13Ein Verzeichnis der sich im Hospital Haina aufhaltenden Bediensteten mitsamt ihrer Familie
14Instruktion für den neuen Vogt Johann Balthasar Günst in Haina
15Ein Arbeitstagebuch des Vogts Wachs über seine Tätigkeiten
16Anlage zum Schuldentilgungsplan für das Hospital Haina, die Küchenpacht betreffend
Gutsbetrieb
Die Hohen Hospitäler waren seit der Reformationszeit reich mit Wäldern und Feldern, einer Eisenhütte und anderen Gerechtsamen dotiert. Die Hospitalsverwaltung war daher primär auf diesen Gutsbetrieb ausgerichtet und entsprach im Wesentlichen der zeitgenössischen Domanialverwaltung. Die Sicherstellung der zwei wesentlichen Ziele der Organisation Caritas und Sicherstellung der Ökonomie (nahrung mit einem zeitgenössischen Ausdruck) verlangte nach einer hoch entwickelten Organisationsform. Sie sollte diese Ziele in einem Gleichgewicht halten, wonach ein Zuwachs der Einnahmen zu einer höheren Zahl von Hospitaliten führte. Dieses Ziel wurde bereits in der ersten Hospitalordnung klar formuliert: das man so viel armer Männer innehmen soll, so viel man immer ziemlich erhalten und mit Nothdurft versehen könne.
Für die Hospitäler bedeutete dies eine wachsende Zahl von Bediensteten, die in diesem Gutsbetrieb klar definierte Aufgaben erfüllten. Das fängt hierarchisch an mit dem zumeist adligen Obervorsteher. Danach folgen die vorwiegend juristisch gebildeten Vögte, unterschiedliche Schreiber, Handwerker und schließlich die Hospitaldiener und Aufwärter.
Die Versorgungsleistung der Hospitäler beschränkte sich folglich nicht nur auf die in den Hospitälern lebenden Armen und Kranken. Im Gegenteil, der Löwenanteil der Einnahmen fiel an die Bediensteten, deren Zahl im 18. Jahrhundert mitsamt Familienangehörigen und Dienerschaft ungefähr ebenso hoch anzusetzen ist wie die Zahl der Hospitaliten.
Diese Organisation manifestierte sich in einem großen Archiv, das zu großen Teilen noch heute im Hospital Haina erhalten ist.
Vogteien
Die Hospitäler verfügten seit der Reformation über vielfältige Güter und Einnahmen, in den Worten des Küchenverwalteradjunkten Johann Theodor Crantz, der im Jahr 1782 eine Beschreibung der Hospitäler lieferte:
Diese Revenues und Einkünffte bestehen nun in Grund-Zinßen, Zehenden und Pfaechten, welche das Hospital, theils von seinen Unterthanen, in denen demselben eigenthümlich mit aller hoher und niederer Gerichtsbarkeit zustehenden acht Dorffschafften, theils von Meyereien und Mühlen, und theils von einer grosen Anzahl Lehenleuten, welche das Hospital in denen angrenzenden hessischen Aemtern hat, empfängt. Ferner bestehen diese Einkünfte in Capital-Zinßen, in Waldungen, von denen um das Hospital herum liegenden grosen Forstrevier, in denen Ausbeuten vom Fischbacher Hütten- und Hammerwerk und von der in dem Hospital selbst angelegten Pottaschensiederei.
Die Einnahmen des Hospitals bestanden also in Pachteinnahmen, Zinsen für ausgeliehenes Kapital, Einnahmen aus eigenen Meierei-Betrieben, Mühlen sowie dem Hüttenwerk, Waldbesitz und nicht zuletzt aus Diensten und Abgaben der Untertanen, die auch der Gerichtshoheit der Hospitäler unterstanden und neben geldwerten Abgaben auch Frondienste zu leisten hatten.
Ein wesentlicher Teil der Hospitalsverwaltung diente der Aufsicht über diese Güter, der Kontrolle über die vereinbarten Geld-, Natural- und Dienstleistungen der einzelnen Pächter und Lehensbauen und anderem mehr. Diese Verwaltung erfolgte einerseits in den Hospitälern Haina, Merxhausen und Hofheim für die umliegenden Hospitalsgüter. Sie geschah freilich auch in mehreren Vogteien, die über die hessischen Landgrafschaften verteilt waren, um vor Ort eine umso bessere Aufsicht zu führen sowie die abgelieferten Güter einzusammeln und zu lagern. Die Vogteien waren damit Knotenpunkte in der Ökonomie der Hohen Hospitäler. Vogteien gab es in Wetter, Frankfurt (hier verbunden mit dem Amt des Postmeisters), Kassel, Wildungen, Gronau (das bis zum Dreißigjährigen Krieg ebenfalls als Hospital funktioniert hatte), Marburg, Frankenberg und Fischbach (wo die Eisenhütte des Hospitals lag).
Die Vogteien unterstanden auch der Oberaufsicht des Obervorstehers und mussten zur jährlichen Visitation Berichte abliefern.